Kaisermesse zum Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I. in Bad Ischl

Am 18. August 2026 stand die alte Kaiserstadt Bad Ischl einmal mehr ganz im Zeichen ihres wohl berühmtesten Bewohners. Anlässlich des Geburtstages Seiner Majestät Kaiser Franz Joseph I. versammelten sich zahlreiche Traditionsverbände, Vereine, Fahnenabordnungen und Besucher zur feierlichen Kaisermesse und zum anschließenden Gedenken bei der Kaiservilla.

Auch das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 27 rückte mit einer Abordnung von 6 Mann zu dieser traditionsreichen Feierlichkeit aus.

Bereits in den frühen Morgenstunden sammelten sich die angetretenen Verbände im Kurpark von Bad Ischl. Nach erfolgter Sammlung der Truppe und Meldung durch den eingeteilten Schwarmkommandanten Gefreiten GAUSTER an den Kompaniekommandanten und der Kommandantenbesprechung setzte sich der geschlossene Marsch unter den Klängen der Bürgerkapelle Bad Ischl in Richtung Stadtpfarrkirche in Bewegung. Das Kommando über die angetretenen Formationen führte der Generalkommandierende Schützenmajor CUNAT, welcher den gesamten militärischen Ablauf in gewohnt sicherer und vorbildlicher Weise kommandierte.

Vor der Stadtpfarrkirche erfolgte die feierliche Aufstellung der Verbände und Fahnenabordnungen. Nach dem der Bundeshymne, der Begrüßung der Ehrengäste, sowie der Meldung an die Familie HABSBURG-LOTHRINGEN wurde die Front abgeschritten.

Für das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 27 hatte Feldwebel KÖBERL die besondere Ehre, mit unserer Regimentsfahne der Heiligen Messe beizuwohnen und das Regiment innerhalb der in der Kirche aufgestellten Fahnenabordnungen zu vertreten.

Um 10.00 Uhr begann die feierliche Heilige Messe, zelebriert von S. Em. Kardinal Reinhard MARX, Erzbischof von München und Freising, und musikalisch begleitet vom Anton Halm Chorchester. Die Vielzahl der historischen Fahnen und Uniformen verlieh dem Gotteshaus ein besonders festliches und würdiges Bild.

Das Wetter zeigte sich an diesem Tag leider alles andere als kaiserlich. Aufgrund der schlechten Wetterlage war ursprünglich vorgesehen gewesen, auf den Umzug zur Kaiservilla zu verzichten. Umso erfreulicher war es, dass nach Intervention des Generalkommandierenden SchMjr CUNAT schließlich doch der Entschluss gefasst wurde, den Marsch durchzuführen.

So setzte sich nach der Messe die stattliche Formation unter musikalischer Begleitung über die Kaiser-Franz-Josef-Straße, den Kreuzplatz und die Götzstraße in Richtung Kaiservilla in Bewegung.

Gerade dieser Marsch durch Bad Ischl bildete einen besonderen Höhepunkt des Tages. Die Straßen und Plätze der alten Kaiserstadt, die historischen Fassaden und die große Zahl an Uniformierten ließen für einen Augenblick den Glanz längst vergangener Tage wieder lebendig werden. Trotz des schlechten Wetters säumten zahlreiche Besucher den Weg und wohnten der Geburtstagsfeier bei.

Im Kaiserpark erfolgte schließlich neuerlich die Aufstellung der Verbände und die Meldung an die Familie HABSBURG-LOTHRINGEN. Nach musikalischen Darbietungen, dem Dank an die angetretenen Formationen und dem Abspielen der Volkshymne fand der offizielle Teil mit der Defilierung seinen würdigen Abschluss. Die anschließende Verpflegung in den kaiserlichen Stallungen bot Gelegenheit zur kameradschaftlichen Begegnung und zum Austausch mit den zahlreichen vertretenen Traditionsverbänden.

Bad Ischl – ein unvergleichlicher Rahmen gelebter Geschichte

Die Geburtstagsfeier für Kaiser Franz Joseph in Bad Ischl besitzt einen ganz besonderen Charakter. Der unverwechselbare Flair dieser alten Kaiserstadt, verbunden mit der Kaiservilla, den historischen Straßenzügen, den Fahnen, der Musik und den zahlreichen Uniformierten, sucht seinesgleichen. Für angetretene Verbände ebenso wie für Besucher ist diese Veranstaltung jedes Jahr ein besonderes Erlebnis.

Gerade die Vielzahl historischer Uniformen vermag es, für einige Stunden ein Bild jener Epoche entstehen zu lassen, deren Geschichte und Tradition zu bewahren wir uns zur Aufgabe gemacht haben.

Bei aller Freude über diese gelungene Veranstaltung darf jedoch auch ein zunehmend sichtbarer Umstand nicht unerwähnt bleiben.

Mit Bedauern ist festzustellen, dass die Zahl jener Traditionsverbände, welche vorschriftsmäßig und historisch korrekt adjustiert auftreten, immer geringer zu werden scheint. Wo historische Adjustierungsvorschriften außer Acht gelassen und Uniformteile unterschiedlicher Epochen oder Truppenkörper beliebig miteinander vermengt werden, verschwimmt die Grenze zwischen ernsthafter Traditionspflege und bloßer Kostümierung.

Eine Traditionsveranstaltung darf jedoch nicht den Eindruck eines Kostümballes erwecken.

Daher sei an dieser Stelle der eindringliche Appell an alle mit der Pflege der k.u.k. Militärtradition befassten Verbände gerichtet, den überlieferten Adjustierungs- und Tragevorschriften wieder verstärkt Beachtung zu schenken.

Denn unsere Uniform ist nicht bloß Kleidung. Sie ist sichtbares Zeugnis einer vergangenen Epoche und trägt gegenüber der Öffentlichkeit eine besondere Verantwortung. Besucher, die unsere Veranstaltungen verfolgen, sollen ein möglichst authentisches Bild davon erhalten, wie die Soldaten jener Zeit tatsächlich ausgesehen haben.

Darin liegt eine unserer wesentlichsten Aufgaben: Geschichte nicht zu verkleiden, sondern Geschichte zu vermitteln.

Oder, mit wenigen Worten:

Traditionspflege bedeutet gelebte Geschichte.

Das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 27 blickt trotz Wind und Wetter auf eine überaus schöne, würdige und eindrucksvolle Kaisermesse zurück und freut sich bereits auf ein Wiedersehen in der Kaiserstadt Bad Ischl.

Hinterlasse einen Kommentar

Bei den Belgiern!

Willkommen auf der Homepage des k.u.k. Infanterieregiment Nr. 27 – König der Belgier, einen militärischen Traditionsverband welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Traditionspflege des IR 27 fortzuführen. In historischen Uniformen wollen wir Dritte eindrucksvoll die Glanz vergangener Zeiten näher bringen.

Kontaktiere uns