Das k.u.k. Infanterieregiment „Albert I. König der Belgier“ Nr. 27 ist ein altes und traditionsreiches Regiment der kaiserlich und königlichen Armee und stellt das „Grazer Hausregiment“ dar. Neben dem IR 4 „Hoch und Deutschmeister“ und dem IR 59 „Erzherzog Rainer“ zählen auch die „Belgier“ zu den bekanntesten Regimentern. Nicht nur bei der Verteidigung des Grazer Schlossberges im Jahre 1809 während des „Fünften Koalitionskrieges“ gegen die Franzosen konnten die 27er glänzen. Auch in der Schlacht von Oeversee 1864 sowie bei der Schlacht bei Königgrätz 1866 konnten sich die kernigen Steirer gegen ihre ebenso tapferen Konkurrenten beweisen.
Auf dieser Seite wird eine Kurzzusammenfassung der Regimentsgeschichte dargestellt – bei der Fülle an Informationen, die wir über das Regiment haben, würde eine komplette Darstellung der Geschichte, den Rahmen sprengen. Unter dem Menüpunkt Literatur haben wir alle Werke, die wir zur Verfügung haben, für Sie online gestellt. Hier können Sie sich selbst ein Bild über die lange Geschichte der 27er machen.
Der folgende Auszug der Regimentsgeschichte wird anhand der Inhaber aufgegliedert, welche im Laufe der Zeit immer gewechselt wurden.
Regimentsinhaber Obrist-FZM Graf Octavio Nigrelli
1682 bis 1703 – Die Errichtung und Türkenkriege, kontrolle
Aufgestellt bzw. die Werbung für das Regiment übernahm der damalige Obristenlieuteuant Ottavio conte Nigrelli vom Jung – Starhembergschen Regiment zu Fuss, welcher gleichzeitig zum Obrist-Inhaber in einem Bestellungsbriefe 1682 (auch Obristen-Patent genannt) vom 3. Februar 1682 befördert wurde. Laut dem Bestellungsbrief sollte das Regiment einen Stand von 2051 Mann haben, was einem bereits stehendem Regiment entspricht. Die Aufstellung erwies sich als nicht so schnelles unterfangen als gedacht. Erst im Jahr 1684 war das Regiment auf gewünschte Größe angewachsen. Die Zeit unter Graf Nigrelli war geprägt von den Türkenkriegen, in welchen das Regiment an vielen Schlachten unter dem Oberkommando des berühmt berüchtigten Prinz Eugen teilnahm. Den ersten Einsatz erfuhr es bei den Ungarnkriegen 1684. Auf Befehl des Prinz Eugen wurde das Regiment , am Ende der Türkenkriege (1699), in die Steiermark verlegt, nur 4 Kompagnien verblieben in Kaschau (Ungarn). FZM Nigrelli erbittete vergebens 2 mal die Verlegung des Regiments nach Kaschau (Ungarn), weil das Regiment Ungarn liebgewonnen hat. Aufgrund des Spanischen Successionskrieg erhielt das Regiment, gegen Ende des Jahres 1700, Marschbefehl nach Italien, die restliche 4 Kompagnien in Kaschau wurden in die Steiermark verlegt. FZM Nigrelli verblieb aufgrund seines Alters in Ungarn. Ende September verstarb der Graf Nigrelli. Inmitten des Krieges musste schnell Ersatz gefunden werden.
Regimentsinhaber Johann Hieronymus von und zum Jungen
1703 – 1729 Spanischer Sukzessionskrieg
Nach dem ableben des Grafen Negrelli, ernannte Prinz Eugen, mitten in den Spanischen Successionskriegen, noch am 30. Oktober den tüchtigen und tatkräftigen Obrist Johann Hieronymus v. Zum Zungen, vom Regiment Daun zum Inhaber. Während der Successionskriege nahm das Regiment unter anderem bei der Schlacht bei Cassano (16.08.1705) und der Schlacht von Turin (7.09.1706) teil. Im Jahr 1714 waren die Spanischen Successionskriege endgültig beendet. Das Regiment war seit 1712, nach den Schlachten in Spanien in Mailand stationiert. Laut einer Tabelle vom 1. August 1712 hatte das Regiment einen Stand von 17 Hauptleuten, 17 Leutnante, 17 Fähnriche und 2127 Mann. Im Jahr 1714 erhielt das Regiment in Mailand 291 Rekruten zugewiesen. Ein Jahr darauf wurde das Regiment nach Novara, Arona und Como verlegt. An den zweijährigen Türkenfeldzügen (1716-1718) konnte das Regiment nicht teilnehmen. Während der Jahre 1718 bis 1720 tobte ein Kreig in Sizilien. In diesem Krieg übernahm von Zum Jungen kurzeitig das Oberkommando über die in Neapel versammelten Streitkräfte. Danach war er Befehlshaber der Fußtruppen. Erst im November 1720 war das Regiment wieder in Mailand. In den Friedensjahren 1721 bis 1729 verblieb das Regiment in Mailand bis 1730, 16 Bataillone nach Pavia verlegt wurden und 10 verbleiben in Mailand. 1731 begann ein Krieg auf Corsica, wo das Regiment teilnahm, dies war der letzte Krieg an dem Regiment unter Zum Zungen teilnahm. Der derzeitige FM. Freiherr von und Zum Zungen verstarb 1732.
Regimentsinhaber Prinz Max von Hessen-Kassel
1732 – 1753
Nach dem Ableben von Zum Jungen, wurde das Regiment an FML. Prinz Max von Hessen-Cassel verliehen. Kaum waren die letzten Truppen in Corsica endlich eingeschifft worden, erhielt das Regiment am 5. August 1733 den Befehl nach Ober – Rhein zu verlegen, wo der Inhaber ein Kommando beim Heer bekommen soll, während des Krieg am Rhein. Nach dem Krieg wurde das Regiment in Heidelberg, Mosbach, Eppingen und Helmstadt stationiert. Weiter Seite 234
Fortsetzung folgt…..
Eine Übersicht über die Regimentsinhaber finden Sie hier.
